Grill-Tipps

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Grill oder Rost?
Gemeint ist in Thüringen natürlich immer der Holzkohlerost, auf welchem die Bratwurst gebraten und nicht etwa gegrillt wird. Denn: „Soll eine Bratwurst recht geraten, so muss sie auf dem Roste braten!“ Während ältere Roste in Kastenform mit Kohleneinschub gebaut wurden, setzt man heute meist auf die Kaminzugvariante eines Thüringer Rostherstellers aus Georgenthal. Dass der Holzkohlerost so beliebt ist, hat sicher auch mit dem Holzreichtum des Thüringer Waldes und dem Wirken des ehedem weitverbreiteten Köhlerhandwerks zu tun. Heute gibt es kaum noch Köhler und trotzdem glühen in Thüringen allerorten die Roste und es steigt der Thüringer Weihrauch zum Himmel. Vom Anzünden über das gewissenhafte Auflegen und Drehen der Würste bis zum gemeinschaftlichen Bratwurstessen – nur mit einem Holzkohlerost kann man das Erlebnis Thüringer Bratwurst mit allen Sinnen genießen. Der Weg ist das Ziel!

Quelle: Deutsches Bratwurstmuseum, Freunde der Thüringer Bratwurst e.V., www.bratwurstmuseum.de

Steak vs. Brätel
Steaks sind per Definition alle Arten von Fleischscheiben. Je nachdem, welcher Teil des Tieres dafür verwendet wird, gibt es verschiedene Unterarten – vom Filet bis zum Rumpsteak. Als Rostbrätel bezeichnet man gemeinhin ein Schweinenackensteak, das in Senf, Zwiebeln und Bier mariniert wurde.

Senf oder Ketchup – das ist hier die Frage.
Aber natürlich nicht für den Thüringer Bratwursttraditionalisten, der nie auf den Gedanken käme, Ketchup auf seine Bratwurst zu träufeln. Bei Kindern wird Ketchup gerade noch geduldet, alle anderen müssen sich mit mehr oder minder ernst gemeinten Anfeindungen auseinandersetzten. Denn die bratwurstessende Mehrheit bevorzugt mittelscharfen Senf. Übrigens lässt sich diese Vorliebe schon im späten Mittelalter nachweisen, wird doch auf dem Dokument des Arnstädter Jungfrauenklosters mit der urkundlichen Ersterwähnung der Bratwurst auch Senf und Wecke (Brötchen) genannt. Eine verschworene Minderheit lehnt aber jedwede Zugabe mit dem Hinweis : „Eine gute Bratwurst braucht keinen Senf!“ ab. Aus diesem Lager kommen noch ganz andere Sprüche: „Ist die Bratwurst nicht ganz frisch, stell’ Senf auf den Tisch“. Vielleicht ein Hinweis auf die desinfizierenden und verdauungsfördernden Eigenschaften des Senfes. Am beliebtesten in Thüringen ist der BORN Senf aus Erfurt, zu dessen Verwendung weitere Sprüche im Umlauf sind: „Thüringer Bratwurst schmeckt von hinten und von vorn, doch obendrauf nimm Senf von BORN.“

Quelle: Deutsches Bratwurstmuseum, Freunde der Thüringer Bratwurst e.V., www.bratwurstmuseum.de

Wie geschmiert
Reiben Sie den Rost vor dem Grillen mit Speck ein! Dann bleibt das Fleisch nicht daran kleben. Alternativ können Sie auch ein Öl verwenden, das hohe Hitze verträgt. So eignen sich Raps- oder Sonnenblumenöl sehr gut für diesen Einsatz.

In der Ruhe liegt die Kraft
Seien Sie geduldig! In der Regel benötigt die Kohle rund eine Stunde, um richtig durchzuglühen. Warten Sie, bis eine weiße Ascheschicht auf der Holzkohle entstanden ist!

Die 3 Sekunden-Regel: Halten Sie die Handfläche etwa 20cm über den Rost! Halten Sie es maximal 3 Sekunden aus, hat Ihr Rost die richtige Temperatur erreicht.

Temperaturcheck
Legen Sie Fleisch und Würste nie kalt oder sogar gefroren auf den Rost, sondern nehmen Sie die Grillköstlichkeiten stets einige Zeit vor dem Grillen aus dem Kühlschrank.

Unser Tipp: Nach Thüringer Tradition kommen nur frische Rostbratwürste auf den Rost – keine Vorgebrühten. Das Genussduo schlechthin: Die echte Thüringer Rostbratwurst und der originale Senf oder Ketchup von BORN.

Brandheiß
Lassen Sie nie einen bereits geöffneten Beutel Holzkohle für längere Zeit im Freien stehen. Die angezogene Feuchtigkeit macht die Kohle schlechter entflammbar. Bestens geeignet ist Buchen-Holzkohle – die ist zwar etwas teurer, gewährleistet jedoch eine lang anhaltende Temperatur auf dem Rost und verleiht dem Gegrillten ein delikates Raucharoma.

Schneller heiß – gewusst wie
Verwenden Sie am besten Holzspäne oder spezielle Kohleanzünder zum Befeuern des Rosts, niemals Spiritus, Pappe oder Benzin!

Der saubere Rost: Wasser Marsch?
Es ist nicht nötig, den Rost mit Wasser zu löschen. Er brennt langsam von selbst herunter und der feine Staub lässt sich besser entfernen als der Brei, welcher durch den Kontakt mit Wasser entsteht.

Wasser kommt erst zum Einsatz, wenn das Rostgitter gereinigt werden muss. Wickeln Sie dieses in Zeitungspapier und machen Sie es nass. Nach ein paar Stunden Einwirkzeit lässt sich der Rost dann leicht mit der Zeitung reinigen. Oder packen Sie das Gitter einfach in den Spüler. Generell sind Roste aus Edelstahl am leichtesten von Schmutz zu befreien.

Besonders saftig
Nicht zu mager! Damit Fleisch saftig und zart bleibt, sollte es leicht marmoriert (also mit Fett durchzogen) sein. Löcher im Fleisch lassen dieses aussaften. Deshalb sollten Sie das Grillgut stets mit einer Zange (optimal mit Holzzange) drehen.